Zusammenfassung von und meine Gedanken zu dem Artikel „Überlegungen zum Begriff der Affrikata“ von Miguel Ayerbe Linares.
Linares, Miguel Ayerbe. 2007. Überlegungen zum Begriff der „Affrikata“. In: Magallanes Latas, Fernando (Hrsg.). 2007. Estudios Filológicos Allemanes, Volumen 14. Sevilla: Universidad de Sevilla. S 49-85.
Affrikata werden immer erklärt als zwei Laute, die zusammen einen Laut bilden: konsonantische Diphthonge, sozusagen. Eine Affrikate bestehe aus einem Plosiv, der in einen Frikativ gelöst wird. In dem oben genannten Artikel geht es darum, festzustellen, ob diese Erklärung eigentlich stimmt, oder ob eine Affrikate ein einzelner (wenn auch artikulatorisch komplexer) Laut ist.
Laut dem Artikel gebe es keine totale Okklusion am Anfang einer Affrikate, sondern nur eine sehr starke Reibung. Es sei nicht möglich, eine Affrikate auf einem Oszillogramm in seine vermutete zwei Teilen (Plosiv und Frikativ) zu teilen. Zudem sehe man keine echte Schweigepause vor Affrikata im In- und Auslaut auf einem Oszillogramm; man sehe etwas, was fast eine Pause ist, aber es gebe da Turbulenz, wobei es allerdings nicht klar sei, ob diese Turbulenz zum vorangehenden Laut oder zu der Affrikate gehört.
Der Autor schlägt deshalb vor, dass es ein neues Merkmal geben sollte, nämlich [α eng]. Dieses Merkmal sei nötig, um Affrikata von Frikativen zu unterscheiden, weil sie beide [+ kontinuierlich] seien.
Ich kann diese Idee völlig nachvollziehen. Ich habe meine eigenen englischsprachigen Aufnahmen analysiert und konnte keine Grenze innerhalb des Lautes [͡tʃ] im Wort <Manchester> finden. Ich glaubte, dass ich eine Schweigepause vor diesem Laut sehen konnte, bis ich ihn mit dem [t] im Wort <glottal> verglich, wobei es zweifellos eine richtige Schweigepause gibt.
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