26th of July 2026
Hintergrund zu der Sprache
Ngaarri war die allererste Verschriftlichung einer australischen Sprache. Dieses Bardi Wort für „Teufel“ haben die Menschen 1688 geschrien, als sie von den gleich gelandeten Europäern geflohen sind (Metcalfe 1979 & Dampier 1998[1697], nach Stockigt 2023). Die europäisch geprägte Geschichte des Bardi fängt damit an und endet heutzutage mit weniger als fünf Sprechern.
Bardi gehört zum westlichen Zweig der nyulnyulischen Familie, der nicht zur Pama-Nyunga-Gruppe gehört. Die Dialekte verschwinden und sind eher geographisch (nicht durch den Volksstamm, wie bei anderen Sprachen) bestimmt (Bowern 2012: 5). Das Bardi Volk musste mehrmals umsiedeln, ist aber prinzipiell um das gleiche Gebiet an der Küste von Nordwestaustralien geblieben (Douglas 1996).
Gerundien
Verben können durch das Präfix m- oder ma- und das Suffix -n flektiert werden, um Gerundien zu bilden, die als Wortklasse irgendwo zwischen Verben und Nomen liegen.
Das Präfix ersetzt die Präfixe für Kongruenz, Transitivität und Tempus. Verbwurzeln mit einem Vokal im Anlaut bilden die Ausnahme, weil sie das Transitivitätspräfix (n-) doch nehmen. Das ist eine Epenthese, die synchron alle Wurzeln mit anlautendem Vokal betrifft.
Das Suffix des Gerundiums, -n, ist von der Form her identisch mit dem Suffix für Kontinuität. Metcalfe (1975, nach Bowern 2012: 441) interpretiert das Gerundium als Zirkumfix. Ich bin allerdings eher von Bowern (2012: 441) überzeugt, die behauptet, dass das Suffix für das Gerundium einfach nur das Kontinuitätssuffix sei. Genau das sieht man mit dem englischen -ing. Sie erklärt aber, dass wir dieses Suffix so interpretieren müssten, als würde es einen Mangel an Tempusmarkierung zeigen, anstatt eine eigene Art Tempusmarkierung zu sein. Sonst dürfe diese Wortklasse nicht als Nomen gelten.
Gerundien lassen sich aber nicht problemlos der Wortklasse der Nomina zuordnen. Gerundien zeigen hauptsächlich Charakteristika von Nomen: sie nehmen keine Tempusmarkierung, Transitivitätsmarkierung oder Subjektkongruenz, Kasusmarkierung aber schon. Ausschlaggebend für die Unsicherheit ist die Tatsache, dass Gerundien sowohl als Verbargumente fungieren können als auch Argumente selbst nehmen können. (Bowern 2012: 453-454).
Literaturverzeichnis
Bowern, Claire L. 2012. A Grammar of Bardi (Mouton Grammar Library, 57). Berlin: De Gruyter Mouton.
Dampier, William. 1998. The New Voyage Round the World: The Journal of an English Buccaneer. London: Hummingbird Press. Erste Ausgabe: Dampier, Willaim. 1697. The New Voyage Round the World. London: James Knapton.
Douglas, Wilfrid. 1996. Alphabetising Bardi. In William McGregor (Hrsg.), Studies in Kimberley Languages in Honour of Howard Coate, 189-204. München/Newcastle: Lincom Europa.
Metcalfe, Christopher D. 1975. Bardi Verb Morphology. Canberra: Pacific Linguistics.
Metcalfe, Christopher D. 1979. Some aspects of the Bardi language: A non-technical description. In R. M. Berndt & C.
H. Berndt (Hrsgg.), Aborigines of the West: Their Past and their Present, 197-213. Perth: University of Western Australia Press.
Stockigt, Clara. 2023. A history of the early description of Australian langauges. In Claire Bowern (Hrsg.), The Oxford Guide to Australian Languages, 9-22. Oxford: University Press.
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